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So läuft es bei mir – ganz ohne Hollywood-Drama

Aktualisiert: 10. Feb.

 


«Und, was siehst du bei mir?»

Das ist die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird, sobald Menschen von meiner Hellsinnigkeit erfahren. Im ersten Moment klingt sie wie Sensationsjournalismus – neugierig, ein wenig unbedacht, vielleicht mit dem stummen Wunsch nach einem «nur die schönen Dinge, bitte!». In Wahrheit ist sie gar nicht so abwegig. Nur … einer hellsinnigen Person gegenüber ausgesprochen, wirkt sie manchmal, als würde man einen Trüffelhund fragen, ob er Trüffel findet. Klar findet er Trüffel – und wenn er könnte, noch so viel mehr. Auch Dinge, die stinken. Ob er alles davon mit dir teilt? Nun ja … das entscheidet er selbst. Wahrscheinlich eher nicht, denn er soll ja nur anzeigen, wonach man ihn geschickt hat.

 

Vielleicht würde mich das als Nicht-Hellsinnige ja auch interessieren – viel mehr jedoch, wie Hellsinnigkeit individuell funktioniert. Denn seien wir ehrlich: Es ist schon ein bisschen unheimlich, wenn jemand vor einem steht, der möglicherweise Dinge über einen weiss, die man selbst nicht weiss oder definitiv nicht erzählen würde – oder einen mit nur einem Blick erforschen kann. Ich kenne das aus eigener Erfahrung mit einer über-resonierenden Persönlichkeit (mehr dazu weiter unten, Abschnitt «Leere»).

 

So oder so: Ich bin kein besonders neugieriger Mensch – vielleicht gerade deshalb, weil mir auf transzendentalem Weg ständig Informationen zufliegen, sobald ich in der Nähe von Menschen, Energien oder anderen schwingenden Lebensformen bin. Dinge, die ungefragt bei mir landen und die mein Gegenüber und dessen Unterbewusstsein mir offenbar freiwillig aushändigen oder gar an eine geistig öffentliche Pinnwand hängen. Es fühlt sich manchmal an, als würde sich mir von selbst eine Tür öffnen, auf der «Privat» steht, und ich ungewollt Beobachterin eines Innenraums werden, der eigentlich nicht für mich bestimmt ist.

 

Und ja: Mit Informationen umzugehen, die man nie bestellt hat, ist nicht immer leicht, vor allem, wenn es sich um schwere Themen handelt. In jungen Jahren war ich damit öfter am Limit. Deshalb schätze ich meine vier Wände sehr und schütze sie bewusst – dort herrscht Funkstille, was die irdische Aussenwelt betrifft. Oder anders gesagt: Es kommt nur herein, was Platz finden darf, also familiäre und natürlich auch irdische Anliegen, die auch schwierig sein dürfen, aber immer authentisch und liebevoll gelöst werden wollen.

 

Es gab schon Besucher, die sich trotz Hinweisen nicht an diese Regel oder die unausgesprochenen gesellschaftlichen Gepflogenheiten gehalten haben und ziemlich fix wieder vor die Tür gesetzt oder je nach Fauxpas kein nächstes Mal eingelassen wurden. Denn in meinen vier Wänden gilt neben Anstand: Abstand, Ruhe und Stille vom üblichen irdischen Ablage- und Entsorgungswahnsinn, Deponie-Gehabe oder sonstigem Tohuwabohu. Hier haben nur echte Anliegen, Ehrlichkeit und Authentizität Platz – denn meine Übersinnlichkeit arbeitet auch zu Hause weiter, aber wenigstens auf meine Art, im Einklang mit dem, was wirklich wichtig ist und einen wirklich weiterbringt.

 

Kehren wir also zurück zur offenen Frage «Was siehst du bei mir?», die auf verschiedene Arten Wirkung zeigen kann:

 

  1. Ich habe bereits das Wesentliche erfahren, bevor das Gegenüber etwas gesagt hat.

  2. Ich verschliesse mich, wenn mich das Gegenüber herausfordern will.

  3. Ich erfahre zu viel und weiss noch nicht, was im Moment relevant ist.

  4. Ich erfahre gar nichts.

 

Zu 1: Der Ruf eilt dem Menschen voraus

Es kommt bei mir erstaunlich oft vor, dass ich Botschaften bereits empfangen habe, bevor mein Gegenüber überhaupt den Mund aufmacht oder etwas tut. Die Frage, was ich denn sehe, wäre also meist überflüssig – und meine Antwort ohnehin selten das, was man sich erhofft hatte. Manchmal allerdings weiss ich zunächst selbst nicht, wozu die Information gut ist oder warum sie überhaupt bei mir gelandet ist. Dann brauche ich erst einmal Abstand – vorzugsweise physischen –, damit das Empfangene in Ruhe wirken darf.

 

Je nachdem, welcher Hellsinn sich meldet, braucht es neben Abstand auch Zeit und gelegentlich die freundliche Unterstützung eines anderen Hellsinns. Für solche inneren Sortierarbeiten ziehe ich mich bewusst in meinen eigenen Raum zurück und gönne mir Stille, denn wenn mein System im Laufbetrieb ist, wird erst einmal nur gesammelt – nicht interpretiert. Innerhalb meiner vier Wände erschliesst sich mir dann meist, was für das weitere Verständnis noch fehlt oder sich zeigen will. Die Antwort kommt zuverlässig. Manchmal prompt, manchmal mit Lieferverzögerung und längeren Wartezeiten, aber immer.

 

Früher dauerte dieser Prozess bisweilen deutlich länger – Übung und Erfahrung wollten eben erst wachsen. Heute, als erfahrene und bekennende Hellsinnige (das Bekenntnis ist entscheidend), sind die Wege kürzer geworden, auch wenn Ausnahmen bekanntlich dazu da sind, die Regel charmant zu bestätigen.

 

Ungeduld? Bei mir praktisch nicht vorhanden. Einerseits gehöre ich zu den Übergeduldigen dieser Erde. Ich kann lange warten und verspüre nur selten den Drang, Dingen sofort auf den Grund zu gehen, wenn sie sich nicht von selbst zeigen. Dann ist es (noch) nicht dran – und wenn die Zeit reif ist, erfahre ich den Rest ohnehin. Ausserdem gilt in der Anderswelt eine etwas andere Zeit-Raum-Rechnung.

 

Für viele irdische Angelegenheiten ist Geduld zweifellos ein Segen. Ich kann euch jedoch versichern: Sie kann auch ausgesprochen nervig sein – weshalb ich inzwischen daran arbeite, gelegentlich etwas ungeduldiger zu werden. Man will sich ja stetig weiterentwickeln.

 

Zu 2: Druck erzeugt Gegendruck

Wenn mein Gegenüber versucht, mich vorzuführen oder zu testen, weiss ich das natürlich – und schalte innerlich den geistigen Empfang ab. Nicht aus Überforderung oder beleidigter Leberwursthaltung, sondern aus schlichter geistiger Ermüdung. Das ermattet mich mittlerweile, auch weil ich schon weiss, wie die Story weitergehen würde, wenn ich mich darauf einliesse. Viel zentraler für mich jedoch ist: Warum sollte ich von solchen Menschen mehr wahrnehmen wollen als das, was meine ganz normalen Augen und Ohren ohnehin liefern? Eben. Das reicht völlig aus, und jedes weitere Gespräch über meine Hellsinnigkeit wäre reinste Energieverschwendung. Die Antwort lautet dann diplomatisch: «Gar nichts.» Und das Beste daran: Ich lüge nicht einmal. Sie fühlen sich in ihrem unerschütterlichen Glauben bestätigt, dass es Hellsinnigkeit nicht gibt – und ich habe meine Ruhe. Perfekt.

 

Früher habe ich mich aus Unerfahrenheit oder Selbstkasteiung noch auf Duelle eingelassen, weil ich dachte, ich müsse auch diesen Leuten helfen. Aber Menschen, die andere lächerlich machen oder testen wollen, dürfen erst einmal ihre eigenen Ich-Baustellen sanieren und ihren Lebensgrundkurs in Anstand absolvieren. Gerade wenn Menschen anders sind, als das eigene Vorstellungsvermögen es zulässt, hilft es, sich daran zu erinnern, dass Vielfalt kein Programmfehler der Natur ist — und dass Andersartigkeit keiner Zustimmung bedarf, schon gar nicht von jemandem, der vom geistigen Universum keine Ahnung hat – geschweige denn von all den Welten dazwischen.

 

Generell zum Verschliessen: Das Universum beugt sich nicht immer, wenn man den Off-Knopf drückt, um mal nichts zu empfangen. Je nach Dringlichkeit klingelt es trotzdem an meiner geistigen Tür – doppelt und laut wie der irdische «Pöschtler». Manchmal verschliesse ich mich nicht nur, weil ich eine Sendepause einlegen möchte, sondern auch aus taktischen Gründen – zum Beispiel, um erst einmal vom Gegenüber zu hören, was Sache ist. Schliesslich finde ich, das ist wichtig. Trotzdem wird ab und zu mitten im Gespräch gesendet, und plötzlich ist das Bild oder Wissen da, das es scheinbar braucht. Vielleicht ist es nicht sofort verwertbar, weil zu symbolisch dahergekommen, und ich muss erst entcodieren. Aber angekommen ist die Nachricht.

 

Zu 3: Ich muss das erst sortieren.

Wenn mein Gegenüber zu aufgewühlt, innerlich unaufgeräumt oder sonst in hoch-emotionalem Aufruhr ist, prasselt es meist auf mich ein wie Starkregen beim Autofahren. Ich stelle die Scheibenwischer auf höchste Stufe und verlangsame mein Tempo, sehe aber trotzdem nur verschwommen – vorerst. Ist mein Gegenüber hingegen verwirrt, verzagt oder irgendwie «verloren», fühlt es sich an wie ein bedeutungsvoller Traum, aus dem ich erwache: Ich kann nichts wirklich dingfest machen, alles bleibt vage und fragmentiert, bis ich Tage später einem Trigger begegne, der den Aha-Effekt auslöst.

 

Hier geht es um Reizüberflutung in unterschiedlichen Extremen, wie ich sie auch in Menschenmengen oder kleineren und grösseren Gruppen erlebe, wenn unzählige Informationen und Botschaften gleichzeitig auf mich einströmen. Normalerweise betrete ich eine Art kollektive Bibliothek, stehe direkt vor dem passenden Regal, nehme das Buch mit dem wahren Namen meines Gegenübers in die Hand und schlage geführt die richtige Seite auf. Hier jedoch ist es, als würde ich ein zehn Zentimeter dickes Lexikon ohne alphabetische Struktur und Inhaltsverzeichnis durchblättern: Ich weiss nicht, wo Anfang oder Ende ist und bleibe orientierungslos – aber eben nur vorerst.

 

Sobald ich die Informationen und Botschaften sortiert habe, zeigen sie sich mir genauso klar wie bei anderen Gegenübern. Und selbst wenn jemand versucht, besonders clever zu wirken oder etwas darzustellen, was er oder sie gerade nicht ist, bringt mich das eher zum Schmunzeln als aus dem Takt. Solche Begegnungen sind für mich oft überraschend leicht zu erfassen – wie offene Kinderbücher, die mir direkt in die Hände fallen und nichts weiter verlangen als einen Sekundenblick.

 

Zu 4: Leere.

Das kommt zwar selten vor, aber es existiert tatsächlich: Leere. Ehrlich – wenn ich gar nichts empfange, ist mir das manchmal auch recht, denn ich möchte eigentlich kein 24/7-Betrieb sein – aber diese Option ist mir nun mal nicht gegeben. Es macht jedoch einen Unterschied, ob die Energie leer ist, weil kaum noch etwas vorhanden ist, oder ob jemand seelisch aktiv ist, aber aus freien Stücken nichts von sich preisgibt. Letzteres trifft in aller Regel auf reife Hellsinnige zu, die ihren Betrieb wie ich an- und abstellen können und sich zwischendurch abschirmen müssen – einfach, weil sie gerade nicht wollen oder weil eine grössere Aufgabe ihre gesamte Energie beansprucht. Bei Zweiteren atme ich aus, wohlwissend, dass sie mich erkennen, sich diplomatisch sowie auf Augenhöhe verhalten und in gegenseitigem Respekt mit klarer Grenze zwischen ihren und meinen Welten handeln.

 

Bei Ersteren hingegen mache ich mir eher Sorgen, weil es traurig ist mitzuerleben, wenn jemand leer ist. Verzweiflung, Wut, Enttäuschung, Hader mit sich und der Welt – all das wäre mir lieber als Leere. Doch daran lässt sich wenig ändern. Auch Hellsinnige haben eine Art hippokratischen Eid, den ich den Eid des Lichts nenne, was bedeutet, dass ich mich davor hüte, mich ungefragt aufzudrängen. Was ich jedoch tun kann, ist, Kraft und gute Wünsche zu senden. Das funktioniert übrigens bei allen Lebewesen.

 

Leere kann aber auch bei anderen Energien entstehen: Zum Beispiel bei Verzerrung bzw. Fremdüberlagerung, wenn invasive Narrative, Rollenbilder oder Erwartungen anderer über die eigentliche Person gestülpt werden, sie in die Irre führen und das Ich (noch) zu schwach ist, um sich zu behaupten. Es gibt aber leider auch gänzlich fremde Energien, die Leere erzeugen – hier weiche ich aus Prinzip zurück. Bisher konnte ich diese beiden Formen von Fremdenergien gut auseinanderhalten, aber ich lege nicht die Hand ins Feuer, dass mir das immer gelingt, weil gerade die zweite Form sehr tückisch und unwirtlich ist. Und da ich zu den eher vorsichtigeren Exemplaren dieser Erde gehöre, schütze ich mich auch hier ganz gezielt durch Abschottung. 

 

Auch neurodivergente Menschen können manchmal als «leer» wahrgenommen werden. Das liegt jedoch eher daran, dass sie stark mit ihrer Innenwelt beschäftigt sind, Reize von aussen deutlich filtern und Gefühle nicht auf die Weise ausdrücken, wie neurotypische Menschen es gewohnt sind. Ihre Kommunikation ist oft zurückhaltend, sehr leise, minimal oder kaum ausgeprägt. Dadurch kann der Eindruck von «Nichts» entstehen. Wenn man jedoch weiss, dass viele von ihnen ein reiches, emotional dynamisches, ja bisweilen wildes Innenleben führen, dreht sich der Spiegel: Es ist äusserst spannend, wie neurodivergente Menschen umgekehrt auf mich reagieren. Denn sie merken, dass auch ich anders bin und daher anders auf sie reagiere – häufig nämlich gar nicht «anders», sondern hochsensitiv auf hochsensibel. So öffnen sie sich meist ziemlich schnell, jede:r auf seine eigene Weise. Für mich geht es hier gar nicht darum zu empfangen, sondern darum, gespiegelt zu werden.

 

Und dann gibt es noch jene über‑resonierenden Wesen, so weit entwickelt und doch noch hier auf Erden verweilend, dass ihre Gegenwart überwältigt. Einer solchen Seele bin ich bisher nur ein einziges Mal begegnet. Sie wollte mir etwas mitteilen – obwohl ich eigentlich nur meine Freundin begleitete und der Begegnungsort nicht wegen mir gewählt war. Eine alte, wunderschöne Dame – einer elfenhaften Geistführerin gleich. Ihre Energie war kristallklar und zugleich vollumfänglich – wie helles, warmes, tragendes Licht. Nichts blieb ihr verborgen. Ein kurzer Blick in meine Augen genügte, um meine Seele in ihrer Tiefe zu erkennen. Ein Gesehenwerden jenseits von Worten. Sie wusste alles über mich und veränderte mein Leben innert 30 Minuten nachhaltig. Bis heute behielt sie in allem recht. Bei solchen Seelen geht es folgerichtig nicht darum, aktiv etwas zu empfangen, sondern sich selbst zu leeren und empfangen zu werden. Hier erhält man eine Botschaft, selbst wenn man nicht bereit dazu ist. Doch wenn es notwendig ist, können die Boten des Universums ziemlich hartnäckig sein.

 

Kinder

Die allermeisten kleineren Kinder wirken zunächst leer – doch das liegt nur daran, dass sie wie unbeschriebene Blätter sind. Sie sind stark mit ihrem höheren Selbst verbunden und so etwas wie Schwellenfiguren zwischen den Welten. Man könnte sagen, sie kommen mit einer Körperhälfte hier auf die Erde, während die andere noch länger in der Anderswelt verankert bleibt. Je nachdem, wie sie aufwachsen und welche irdische Prägung sie erhalten, bleiben sie lange mit ihrem höheren Selbst verbunden. So können sie ihre Kräfte intuitiv einsetzen und auf einfache Weise eine gewisse Form von Übersinnlichkeit trainieren. Bei reinen, ungefilterten, unstrukturierten Kindern gibt es für mich meistens nichts zu sehen – nur am ehesten zu fühlen. Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel.

 

Kinder und Hellsinnigkeit sind derart umfangreich, dass sie einen eigenen Blog verdienen – einen, der sicher folgen wird, sobald die Zeit reif ist.

 

Menschen sind wie Pakete

Ich habe es schon angedeutet: Die meisten Menschen sind für mich wie offene Bücher. Ja, mehr noch: wie offene Bücher in versandten Paketen. Es geht nicht nur darum, Informationen zu empfangen, sondern auch um die Art der Lieferung, die Motivation dahinter und die innere Dynamik. Dafür muss ich die Person nicht kennen und keine Fragen stellen. Manchmal muss ich allenfalls warten, bis sich offenbart, was mich erreichen möchte. Doch in der Zwischenzeit erkenne ich die Absichten hinter der Maske und den bisher zurückgelegten Weg – egal, wie sehr sich das Gegenüber verstellt, bewusst oder unbewusst.

 

Meine Wahrnehmung arbeitet präzise, vielschichtig und zugleich behutsam. Sie erlaubt mir zu erkennen, wann ein Gespräch sinnvoll ist – und wann es besser ist, abzuwarten oder zu schweigen. Hand aufs Herz: Bei unschönen Vorahnungen wünsche ich mir keine Bewahrheitung! Immer wieder bin ich dann zermürbt und gleichzeitig erstaunt über die Existenz von Hellsinnigkeit – nach wie vor.

 

Auf direkte Fragen wie «Und, was siehst du bei mir?» antworte ich nicht. Wissen über andere zu besitzen ist Macht – grosse Macht. Und ich bin ganz und gar nicht machthungrig. Schon als Kind fiel mir auf, wie stark Worte, Wissen und Gewissheiten wirken können, sobald sie ausgesprochen werden. Als Jugendliche nannte mich ein Medium «Transformator», weil ich neben meiner Wahrnehmung auch eine kraftvolle, jedoch noch nicht entdeckte Kommunikationsqualität mitbrachte. Das machte mir zunächst Angst. Ich war bis dahin lieber still und hatte kaum eine eigene Meinung. Es dämmerte mir, welche transformatorische Kraft Worte und Wissen entfalten können. Doch als Humanistin erkannte ich darin auch die Chance und das Gute. Deshalb habe ich sehr viel investiert, um meine eigene innere Welt, Ausdrucksweise und Kommunikationsfähigkeit zu entwickeln und zu schärfen. Meine irdische Übersetzung dessen, was ich übersinnlich wahrnehme, zeigt sich in allem, was ich tue: in meinem Beruf, Nebenberuf, Nebengeschäft, meinen diversen Aus- und Weiterbildungen – und nicht zuletzt in meinen Freizeitbeschäftigungen sowie in meiner Lebensphilosophie.

 

Hellsinnige bekommen oft Informationen, die anderen fehlen und die manchmal schwer zu fassen und zu tragen sind. Menschen, die generell offen oder spirituell sind, nehmen solche Impulse leichter an und lassen sich eher begleiten. Wissen dieser Art kann überraschen und verändern – manchmal sanft, manchmal intensiv. Es verlangt Verantwortung und Verschwiegenheit. Zum Eid des Lichts gehört sich für mich, sehr behutsam mit solchen Erkenntnissen, plötzlichen Gewissheiten oder Vorahnungen umzugehen. Ich bewahre viele Geheimnisse und Intimitäten sicher auf. Manchmal habe ich das Gefühl, mich kann kaum noch etwas erschüttern, aber wie sagt man so schön? Sag niemals nie.

 

Und manchmal wünschte ich mir, ich wäre für meine Mitmenschen auch ein wenig mehr wie ein offenes Buch. Es wäre so viel einfacher. Denn als Hochsensitive und Hochsensible ich fast immer falsch eingeschätzt – häufig grundlegend falsch. Meine ethische Fairness und meine moralische Stärke werden als Schwäche gewertet; mein Abschalten nach aussen, um geistig und emotional nicht überschwemmt zu werden, wird als asozialer Rückzug gedeutet; mein häufiges Fernbleiben von Kaffeepausen und Anlässen als menschliche Distanziertheit statt als Reizvermeidung; meine selektive Aufmerksamkeit als Arroganz und mein Nicht-überall-Dabei-Sein und Nicht-Intimes-von-anderen-Erfahren-Wollen als … na ja, ebenfalls individuell falsch interpretiert.

 

So hat eben jeder sein Paket zu tragen – stimmt's?

 
 
 

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