Hellsinnigkeit – eine harte, lohnenswerte Schule und Lebensaufgabe
- Ivana D‘Addario

- 5. Feb.
- 10 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Feb.

Die Zeit tut ihr Gutes: Wir haben die Abstiegszeit hinter uns gelassen und erleben seit einigen Jahren eine nie dagewesene, neue Aufstiegszeit, in der sich die Schleier endlich lüften und auch Menschen erreicht werden, die sich bislang nicht als spirituell bezeichnet hätten. Dieses Erreichen zeigt sich äusserlich im Interesse an Gegebenheiten wie Hellsinnigkeit, innerlich vielleicht als Bauchkribbeln oder als leise, ferne Melodie, die ahnen lässt, dass mehr dahintersteckt. Vielleicht auch darin, dass du jetzt hier bist und diesen Beitrag liest.
Und für diese aufrichtig Interessierten oder Suchenden, die in diese andere Sphäre eintauchen wollen, ist mein Blog-Beitrag auch gedacht.
Gleich vorab zur Frage, welche hellsinnigen Gaben es gibt: Es gibt Verschiedene. Zu den Bekanntesten zählen Hellsehen, Hellwissen, Hellfühlen, Hellhören, Präkognition, Telepathie, Psychokinese und Medialität, wobei sie je nach Kultur oder Lehre anders genannt werden. Viele Hellsinnige besitzen mehrere dieser Fähigkeiten, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können und je nach Anforderung oder Situation – und abhängig von ihrer Reife – sowohl autonom aktiviert als auch gezielt angerufen werden können. Das macht es so spannend, weil sich Hellsinnige mit ihrem eigenen Fähigkeiten-Mix in die irdische Welt einfügen und sich auf vielfältige Weise in den Dienst der Menschheit stellen. Wo immer du also das Gefühl hast, einer «talismanischen» Persönlichkeit zu begegnen, könnte es sich um eine hellsinnige Person handeln, die gelernt hat, ihr Profil ins Alltägliche zu übersetzen.
Meist führt dieses Zunutzemachen über einen langen, mühsamen Weg. Aber von vorne: Es gibt diese weit verbreitete Meinung, dass Hellsinnigkeit etwas sei, das sich jeder nur wünschen kann.
Eine tolle Gabe.
Ein Geschenk des Himmels.
Eine Bereicherung fürs Leben.
Etwas, das man feiert, freiwillig ausbaut und kultiviert.
Wohlgemerkt – das kann Hellsinnigkeit durchaus werden und sein, wenn sie richtig integriert ist – das heisst: Eine souveräne, fundierte Integration ist unabdingbar und bedeutet immer harte, langjährige Arbeit an sich selbst. Bis dahin fühlt sich Hellsinnigkeit meist nicht wie eine tolle Gabe an, sondern wie etwas, das mit einem macht, was «es» will. Eine Fremdsteuerung, die einem Einsichten beschert, nach denen man nie gefragt hat und die vor allem in jungen Jahren schwer zu ertragen sind. Schöne Bilder und gute Nachrichten nimmt jeder gerne an, doch welches fünfjährige Kind hebt schon freiwillig die Hand, wenn die Anderswelt einen Briefkasten sucht, um Bilder bevorstehender Todesfälle, anderer Tragödien und Bürden zu schicken? Wenn Erwachsene schon kaum mit solchen Informationen und den damit verbundenen Ängsten umgehen können, erübrigt sich die Frage, wie sich ein kleines Kind wohl fühlen mag.
Integration hellsinniger Gaben
Klar, alle Menschen haben ihre Herkunftsgeschichten und entwickeln sich – die einen mehr, die anderen weniger –, wobei die Seelenpläne von Lichtwesen um einiges ungewöhnlicher sind und tiefer reichen. Denn sie führen früh in Bereiche, die jenseits des rein Menschlichen liegen. Sie fordern oft schmerzhafte und gleichzeitig erhellende Transformation, kompromisslose Wahrhaftigkeit und ein Durchschreiten von Erfahrungen, die viele meiden würden, wenn sie die Wahl hätten.
Für eine solide Integration hellsinniger Gaben müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein – besonders, wenn man sie von Geburt an besitzt. Fehlen diese Pfeiler, heisst das jedoch nicht automatisch, dass man die Gabe nicht nutzen kann. Was nicht von selbst gegeben ist – etwa ein sicherer Familienhafen oder innere Stabilität –, muss oft mühsam erarbeitet werden. Dieser Weg dauert meist einfach länger, weil er zusätzliche Aufgaben mit sich bringt, die mitunter sehr schmerzhaft sein können.
Die erste zu erfüllende Voraussetzung ist ein unterstützendes, familiäres Umfeld oder zumindest eine wohlwollende Atmosphäre am Rückzugsort des hellsinnigen Kindes. Mir ist bewusst, dass es auch für Angehörige und Bekannte nicht leicht ist, von sehr jungen Hellsinnigen geradeaus Dinge zu erfahren, für die keiner je wirklich bereit ist. Es gibt Erwachsene, die es bis ins hohe Alter schaffen, ohne selbst ihre simpelsten Projektionen zu erkennen — und genau diese sind in der Regel die Letzten, die transzendente Informationen erhalten wollen, obwohl sie häufig Teil ihres eigenen Seelenplans sind. Deshalb meine ich mit «wohlwollend» die Offenheit, den eigenen Umgang damit zu erlernen, bereit zu sein an sich selbst zu arbeiten oder wenigstens die Grösse zu haben, ein hellsinniges Kind hinzunehmen, wie es ist. Keine Bange, wenn man sich mit dem Thema auseinandersetzt, merkt man, ob es tatsächlich hellsinnig ist oder einfach nur kindlich fantasiert.
Ist der engste Familienkreis nicht bereit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, kann es für ein hellsinniges Kind schwer werden. Es merkt selbst früh, dass es anders ist, und muss lernen, damit umzugehen. Das Gefühl, nicht dazuzugehören und mit seinen Gaben nicht verstanden zu werden, kann sehr schmerzen. Kinder selbst nehmen ihre Fähigkeiten oft gelassener wahr – sie sehen sich eher als «einfach anders begabt». Erwachsene dagegen reagieren manchmal vorschnell und möchten das Kind therapieren lassen, wenn es beim Buchstabenlernen von Farben oder Düften spricht oder beim Aufwachen sagt, dass ein Engel ihm gesagt hätte, Papa dürfe heute nicht mit dem Auto zur Arbeit fahren.
Fehlt dem Kind im inneren Familienkreis Stabilität, Sicherheit oder Erdung, kann dies nicht nur die Integration der Gabe erschweren, sondern sich auch auf andere Lebensbereiche auswirken. Je natürlicher Eltern mit den transzendenten Informationen ihrer Kinder umgehen, desto leichter fällt allen der Umgang. Ein hellsinniges Kind wirkt oft wie ein Spiegel: Es zeigt auf, wo Eltern selbst noch etwas in sich bearbeiten könnten. Allerdings reflektiert der Spiegel eines hellsichtigen Kindes das Bild hinter dem Bild und lädt ein, sich jenseits dessen zu betrachten, was man bisher über sich zu wissen «glaubte». Auch der eigene Glaube ist nichts anderes als eine feste innere Überzeugung, etwas für wahr zu halten oder auf etwas zu vertrauen, wofür es keinen direkten Beweis gibt. Welche Realität ist nun die richtige? Genau: Beide Realitäten sind richtig – und beide sind wichtig.
Die zweite, wohl essenziellste Voraussetzung: Selbsterkenntnis
Irgendwann muss man sich selbst als Hellsinnige:r erkennen und den Mut aufbringen, für sich einzustehen. Eine Herkulesaufgabe, gerade für hellsinnig Geborene, die keinen Beistand von der Herkunftsfamilie erleben oder erlebt haben. Und für jene, die gleichzeitig sehr geerdet sind und vielleicht obendrauf einen Beruf ausüben, der sich an naturwissenschaftlichen Belegen oder anderweitiger Sicht- und Messbarkeit orientiert. Es fällt ihnen meist leicht an Liebe, Magnetismus, Gravitation, Zeit, Bewusstsein, Gedanken, Vertrauen, Bedeutung oder Werte etc. zu glauben, nicht jedoch ihre treffsichere Hellsinnigkeit zu akzeptieren. Doch genau diese Selbstanerkennung ist der Schlüssel, um das eigene hellsinnige Potenzial wirklich leben zu können. Erst in der Akzeptanz öffnen sich Türen zu einer Welt, die ansonsten nur durchs Schlüsselloch erfahren wird. Die eigentliche Kraft entfaltet sich dann, wenn man die Türen mit dem Schlüssel, den man längst in Händen hält, öffnet und in den Raum tritt. Gaben wollen keine halben Sachen.
Die dritte Bedingung besteht darin, im weiteren Verlauf den Mut und die Kraft aufzubringen, kontinuierlich an innerer Stärke zu wachsen und den anspruchsvollen Weg der Integration dieser Gabe zu gehen. Beim Schreiben dieser Zeilen habe ich mich gefragt, ob ich erwähnen soll, dass Hellsinnige an diesem Punkt kaum wählen können, ob sie diesen Weg beschreiten wollen oder nicht. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, es auszusprechen: Im Grunde bleibt ihnen keine echte Wahl. Die einzige Wahl besteht allenfalls darin, diesen Prozess vorübergehend aufzuschieben — was mit grosser Wahrscheinlichkeit auch nur teilweise möglich ist.
Am ehesten gelingt dies in jungen Jahren, wenn der Geist stark ins Irdische eingebunden ist und von Schule, Freundeskreis, Ausbildung, Beruf oder anderen Vollzeitverpflichtungen beansprucht wird – gerade jene Erfahrungen sind für die Gabe selbst wichtig. Doch da hellsinnige Talente nicht ruhen, ehe sie authentisch gelebt werden, machen sie sich auch dann bemerkbar, wenn scheinbar keine Zeit für sie bleibt. Sehr wahrscheinlich treten sie dann sogar noch deutlicher hervor. An Intensität gewinnen sie ausserdem, wenn man versucht, sie zu verdrängen oder zu ignorieren. Gaben sind wie Wasser: Sie finden immer einen Weg zu fliessen – wenn nicht sanft und gelenkt (bewusst) wie ein Bach, dann roh und unaufhaltsam (unbewusst, verdrängt) wie ein reissender Strom.
Die vierte Notwendigkeit: Pfad des Lichts, Spiegel und Ahnenlinie
Wird man nicht gerade in eine Familie hineingeboren, in der Hellsinnigkeit über Generationen weitergegeben oder gar ausgebildet wird und daher natürlich ist, gehören Umwege, Abwege, Rückzüge, Einsamkeit, Frust und Hader mit sich und der Welt dazu – solange es sich bei den Abwegen nicht um dunkle Energien handelt, in die man hineinrutscht und mit denen man sich und anderen Schaden zufügt – bewusst oder unbewusst.
PS: Ein Blick zurück in die Ahnengeschichte kann aufschlussreich sein, denn Hellsinnigkeit zeigt sich oft als vererbte Familiengabe. Wer selbst hellsinnig ist und solche Fähigkeiten auch beim eigenen Kind erkennt, entdeckt sie häufig entlang einer direkten Linie – etwa von der Grossmutter zur Mutter zur Tochter –, wobei sie ebenso über männliche Linien weitergegeben werden kann. Vorausgesetzt allerdings, die Gabe durfte gelebt werden und die jeweilige Epoche oder Familienkultur stellte keine Dogmen gegen solche Fähigkeiten auf, sonst bleibt die Spur oft verborgen. Über Seelenreisen und Ahnenauflösungen kann man jedoch auch hier etwas erfahren und transformieren.
Ein Hinweis zur Klärung bezüglich dunkler Energien, da Hellsinnigkeit besonders aus religiösen Perspektiven oft mit «Black Magic» gleichgesetzt wird – was in der Regel eher Ausdruck projektiven Machtverlusts als Realität ist: Energien sind an sich neutral. Es ist die innere Haltung, die Intention und der bewusste Umgang damit, die darüber entscheiden, wie sie wirken. Die eigentliche Gefahr liegt daher nicht in der Energie bzw. Hellsinnigkeit selbst, sondern in Unreife, Unbewusstheit und fehlender innerer Integrität – unabhängig davon, ob jemand hellsinnig ist oder nicht.
Je nachdem, was die Gabe abverlangt, kann es sinnvoll sein, bewusst Auszeiten zu nehmen. Dabei gilt ein Naturgesetz: Solange die Pausen zeitlich begrenzt sind und aus klaren, integrativen Gründen erfolgen – also nicht egozentrisch motiviert –, können sie ebenso heilend sein wie andere Prozesse und zur Reifung beitragen. Schliesslich ist es ein weiter Weg durch Sturm und Schatten, der an den Kräften zehrt und auslaugen kann – ähnlich einer Pubertät in Kombination mit einer synchron verlaufender Quarter-Life Crisis. Ein transformierender Prozess, der zwar grosse Mühe kostet, aber zu Weisheit und einem uralten Verständnis führt, das lange Zeit nur verborgen gelehrt oder wenigen Eingeweihten vorbehalten war. Zum Glück breitet sich dieses Wissen nun wieder aus und wird allen zugänglich.
Meine eigene Arbeit ist klar lichtorientiert, bewusstseinsfördernd und dem Wohl dienend.
Fünftens: Kompromisslose Bewusstwerdung und Entwicklung, Schutz und Orientierung zum Licht
Wie bereits angemerkt, hat man als Hellsinnige:r keine Wahl. Man kann nicht entscheiden, ob man seine Gabe will oder lieber «abschaltet», wohl aber, wie man mit Botschaften, Wahrnehmungen, Wissen und Gewissheiten umgeht: Man kann schweigen und meditieren, sie bewusst kanalisieren, Sendepausen einlegen, wenn notwendig «Stopp» sagen oder die Anderswelt darum bitten, langsamer oder anders zu senden – sofern man gelernt hat, wie.
In jungen Jahren dachte ich oft: Uff, das alles ist mir zu hart. Auch rückblickend empfinde ich manche Lebensabschnitte aufgrund meiner Gabe als schwer durchlebte Zeit. Denn mein Weg war nicht frei. Nicht geradlinig, klar oder romantisch. Und es fehlte mir vor allem in jungen Jahren an Unterstützung im engsten Kreis und an Hierophanten. Es gab eine Ära, in der ich meine Gabe am liebsten verbannt hätte. Ich wollte nicht sehen, was ich sah, nicht wissen, was rational nicht erklärbar war, und keine Schwingungen wahrnehmen, die andere nicht einmal ansatzweise spürten – geschweige denn Kenntnis von all dem hatten, was sie aussandten und ich empfing, ohne dass sie es wussten. Noch weniger wollte ich immer wieder von Neuem bestätigt werden in dem, was ich längst wusste oder ahnte. Das machte mich traurig und einsam auf meinem langen, schmalen Pfad.
Als Steinbock mit einer Ballung in Jungfrau (aber auch anderen Annehmlichkeiten zugunsten meiner Gabe) und damit Realistin sowie Alltagskünstlerin fiel es mir bisweilen besonders schwer, selbst etwas an mir zu akzeptieren, das so jenseits jener Realität lag, die meine irdisch verankerte Seite kannte – oder mir vorgaukelte. Denn: Ich bin seit Geburt hellsinnig und wusste sehr genau, dass all das existierte. Ich wollte es lange nur nicht wahrhaben.
Für mich entscheidend war genau dies: meine baumstarke Erdung und Verwurzelung sowie meine solide geistige Verbundenheit. So hatte ich stets die Gewissheit, dass alles irgendwann Sinn ergeben und sich mir erschliessen würde. Ich empfand Urvertrauen, selbst dann, wenn ich meine Gabe zeitweise verleugnete – wohl gerade deshalb wagte ich es, mir das anzumassen. Niemals jedoch wandte ich mein Gesicht vom Licht ab. Immer ging ich dem Sonnenlicht oder Mondschein entgegen. In meinen dunkelsten Stunden begegneten mir interessanterweise immer wieder «zufällig» spirituelle Lehrer: ein wegweisender Satz hier, eine ungeplante, kurze Einweihung dort. Solche Wesen nennt man Boten, Schwellen- oder Synchronizitätsfiguren. Sie erscheinen zur rechten Zeit, um etwas in uns in Bewegung zu setzen.
Heute würde ich es natürlich bereuen, meine Gabe je abgegeben zu haben. Heute sage ich: Meine Gabe ist ein Geschenk. Vielleicht gerade deshalb, weil ich diesen harten Weg gegangen und im wahrsten Sinne des Wortes niedergekniet bin; Demut und Bescheidenheit waren Zeichen dafür, dass ich es geschafft hatte. Heute weiss ich aus Erfahrung: Es braucht kompromisslose Bewusstwerdung und Entwicklung, schonungslose Ehrlichkeit sich selber gegenüber ebenso wie Abgrenzung, Erdung und eine unbedingte Ausrichtung zum Licht. Das bedeutet, den eigenen Schatten immer wieder zu begegnen – sie werden mit der Zeit weniger, seltener oder bewusster, doch sie verschwinden nicht. Der Tag-und-Nacht-Zyklus gehört zu jedem Werdegang und wiederholt sich immerzu. Und das ist gut so.
Sechtens: Die Sprache der Anderswelt erlernen
Die Anderswelt wählt stets die Ausdrucksform, die zum Hellsinnigen auf der Erde passt. Sie kommuniziert nicht analytisch oder rational, wie wir es gewohnt sind, sondern symbolisch. Ein Beispiel: Wenn ein:e Hellsinnige:r den Schamanismus als Übersetzungsweg nutzt und sich darin zu Hause fühlt, um Menschen auf ihrem Weg zu begleiten, wird die transzendentale Sphäre genau diesen Weg wählen – etwa durch das Erscheinen von Krafttieren in Visionen oder andere Zeichen, die dieser Erfahrungsphilosophie zu eigen sind.
Symbolsprache ist immer eine Herausforderung, weil sie individuell geprägt ist und unterschiedlich verstanden werden kann. Glaubt das Gegenüber etwa an Engel und an Naturgeister, können sich symbolische Mischformen zeigen, die irritieren – fast so, als befände man sich im Urlaub in einem fremden Land und versuche, sich mit mehreren Sprachen gleichzeitig verständlich zu machen, wobei man keine davon wirklich beherrscht. Kommt dann noch die/der Hellsinnige hinzu, der nach Antworten bittet, kann sich seine eigene Bildwelt auch noch hinzumischen – und die Deutung wird noch vielschichtiger.
Häufig geht es jedoch um die innere, visuelle Welt des Gegenübers, die sich ohne seine aktive Mitwirkung nur schwer erschliessen lässt. So kann etwa ein Labyrinth im Haus, in dem man aufwuchs, das Elternhaus symbolisieren – das unausgesprochene, verwirrende Botschaften aussandte –, aber auch darauf hinweisen, dass sich das Gegenüber in seinem Inneren nicht klar ist. Eine fünfminütige Traumdeutung liefert daher selten befriedigende Antworten, zumal das Wesentliche oft in scheinbar unwichtigen Details steckt, wie in einem kleinen Tischchen in der Ecke, und die erst durch wiederholtes Erzählen und behutsames Nachfragen ans Licht kommen.
Mein bisher wichtigster luzider Traum war so symbolträchtig, dass ich eine ganze Woche intensiv damit beschäftigt war – Analytik, Deutung und eigene Erkenntnisarbeit eingeschlossen. Und das konnte ich nur, weil es um mich selbst ging. Analysiert man Botschaften für andere, erfordert das noch mehr Geduld und natürlich Mithilfe des Traumempfängers, auch wenn Hellsinnige in der Regel aus einem lebenslangen Fundus eigener Erfahrungen schöpfen können, bevor sie sich dem Dienst an den Menschen widmen.
Meine Sprache
Wie im echten Leben bin ich auch im Spirituellen mehrsprachig: Neben sicher drei hellsinnigen Gaben spreche ich tiefenpsychologisch, seelisch, heidnisch, astrologisch, tarotisch – und darüber hinaus viele weitere symbolische Sprachen, in denen ich mich ebenfalls verständigen kann. Meine mehrfache Hellsinnigkeit macht mich hochsensibel, sozial und humanistisch. Gleichzeitig bin ich autohumoristisch, witzig, bodenständig und belastbar. Ich habe einen direkten Draht zu Kindern, rede manchmal selbst kindisch – und weiss, ohne sie wäre die Welt ein trostloser Fleck.
Ich bin sicher, wir finden uns.


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